Nach einer halben Ewigkeit (5 Monate vergehen schneller als man glaub..) hab ich nun endlich mal wieder die Lust gefunden etwas zu schreiben. Mittlerweile sind wir schon seit 2 Monaten von unserer Reise in Mittelamerika zurück, haben Peru und Bolivien schnell in 2 Wochen abgeklappert, einen Freiflug nach Tahti genutzt und uns daher zum Schluss noch auf einer Südseeinsel brutzeln lassen.

Da ich die letzte Zeit meinen Laptop nicht dabei hatte, habe ich immerhin eine gute Ausrede, warum ich keine neuen Einträge verfasst habe. Heute sitzen Anna und ich unfassbarer weise schon wieder in Atlanta und sind auf dem Weg ins schöne Deutschland. Das Jahr Reisen in Amerika kommt mir danach so kurz wie nur einen Monat. Aber ist ja immer so, erst will die Zeit gar nicht vergehen, und wenn sie dann rum ist weint man ihr nach.

Jedenfalls werde ich hoffentlich bald die fehlenden Reiseberichte nach schieben. Die Masse lechzt förmlich danach, dürfte man dem Besucher Zähler vertrauen!?!
Morgen bin ich jedenfalls wieder daheim, juhu!


So auf den letzten Druecker gibts jetzt die Bilder von Brasilien und Uruguay, bevor es morgen nach Mexiko weitergeht. Somit brechen die letzten 2 Monate der Reise an! Nach Mexiko geht es weiter nach Kuba, Panama, Costa Rica und Nicaragua je ca. 1 Woche. Die restlichen Bilder werden dann wohl Ende Mai online gehen.

Als wir in Ushuaia ankamen (am Samstag, den 16.02.08), haben wir uns erstmal zu einem Internetcafe aufgemacht um die Nachricht von Inga abzurufen wo sie und Manu wohnen, und ob sie uns ein Zimmer reservieren konnten. So haben wir 4 die ersten zwei Nächte in einer Appartementwohnung, in der jedes Paar sein eigenes Doppelbett hatte, übernachtet. Am zweiten Tag in Ushuaia haben wir gemeinsam eine Reittour ausserhalb der Stadt gemacht, bei der es durch Wälder und Küsten entlang ging. Leider waren bei der Tour ungefähr noch 6 andere Touris dabei, weshalb es nach meinem Geschmack zu langsam vorwärts ging. Dazu war mein Pferd vor 2 Monaten gerade erst stolze Mutter geworden und so verfolgte uns ständig ihr Fohlen auf das ich zu oft warten musste. Da half auch kein beherztes in-die-Rippen-treten, das Pferd wollte nicht wie ich wollte. Den nächsten Tag, Montag, der 18.02.08, haben wir uns in der Früh von Manu und Inga verabschiedet. die zurück nach Cordoba flogen. Ich hoffe wir haben die Zeit sie dort zu besuchen. Danach mussten wir auch bald den Schlafort wechseln und sind in den Schlafsaal der Herberge zu der auch die Wohnung gehört. Anna hat sich dann am Nachmittag noch zu einer Bootsfahrt durch den Beagle Kanal aufgemacht während ich mir die Zeit nahm zu Hause anzurufen und gemütlich im Internet zu surfen.

Am Dienstag, den 19.02.08, wollten wir früh zum Nationalpark aufbrechen, allerdings ist mir dann etwas spät eingefallen dass es doch mal gut wäre meine stinkenden Klamotten von der Torres del Paine Tour zu waschen, da ich dafür in Chile wesentlich mehr zahlen muss. Daher brach Anna wütend ohne mich auf da sie nicht warten wollte und ich ging auf die Suche nach einer Wäscherei die einen Schnellwaschservice hat. Nach einem vergeblichen Anlauf war dies auch gefunden, am gegenüberliegenden Ende der Stadt von meinem Hostel entfernt. So bin ich auf dem Rückweg noch etwas durch Ushuaia geschlendert, auch auf der Suche nach einem Schneider, da eine meiner Jeans ein großes Loch im Schritt hatte. So verging die Zeit bis ich wieder zum Hostel zurück kam schnell, und so habe ich dort beschlossen mir die 15 Euro für die Fahrt und den Eintritt zum Nationalpark zu sparen, da ich ja erst vor kurzen 5 volle Tage in einem Nationalpark verbracht habe. Eigentlich wollte ich Ushuaia sowieso nur Tauchen gehen, allerdings haben mich dann die exorbitant hohen Preise (um die 80 bis 100 Dollar) doch davon abgehalten, schließlich muss ich zurzeit den Gürtel enger schnallen bis irgendwie wieder Geld reinkommt.

Am Mittwoch ging es um 5:30 weiter nach Rio Grande, um von dort mit Bus Sur nach Puerto Natales zurück zu fahren. Insgesamt waren wir 15 Stunden unterwegs, wurden aber diesmal zum Glück nicht ausführlich bei der chilenischen Grenze auf mitgebrachte Lebensmittel untersucht.

In Puerto Natales haben wir die Nacht wieder im Hostal Backpackers Kawashkar verbracht.

Am 21.02 (Donnerstag) sollte nämlich wohl unsere letzte Kreuzfahrt dieser Reise beginnen. Eine Fahrt mit Navimag durch die Fjorde Patagoniens von Puerto Natales ins 1500 km entfernte Puerto Montt. Der Check-In war um 24 Uhr nachts, bis wir aber Schlussendlich in unseren überraschend gemütlichen Kojen in dem 22 Betten Schlafsaal lagen, vergingen nochmal 2 Stunden. Die Fähre nahm dann die Fahrt Freitags um ca. 6 Uhr morgens auf, während wir noch tief schliefen.

Bisher haben wir vor allem viele kleine Inseln und Berge in dem fast menschenleeren Gebiet entlang der Seestraße gesehen. Auch konnte man kurz in Puerto Eden, einem kleinem 180 Seelendorf in einem der Fjorde, an Land gehen und ein bisschen auf der bewohnte Insel spazieren bzw. das Dorf besichtigen. Die hauptsächlich von den Kaweshkar Indianer abstammenden Einwohner leben hauptsächlich von Fischfang und dem Verkauf von Handwerkskunst an Touristen.

Leider ist heute schon der letzte Tag der Kreuzfahrt angebrochen denn ich hätte wohl noch ein oder zwei Tage mehr nur Essend, Lesend und Schlafen verbringen können. Nebenbei haben wir auch 4 Runden Risiko mit unseren spanischen Bettnachbarn gespielt um sich die Langeweile zu vertreiben.

Morgen werden wir früh in Puerto Montt ankommen, und wenn alles klappt wie geplant werden wir so schnell wie möglich nach Chiloé weiterfahren.

Wir waren also am 01.02 und 02.02.08 dank gutem Wetter fleißig Wandern in Bariloche. Am Sonntag ging es vom Cerro Cathedral in einer 8 Stündigen Wanderung zum Refugio Frey, welches an einer wunderschönen Lagune liegt. Am nächsten Tag hatte ich natürlich Muskelkater da ich ausser Steak essen ja nix mehr gewöhnt bin. Trotzdem sollte es am Sonntag zu einem Mirrador gehen, dem Cerro Otto, von dem man aus einen guten Blick über die Stadt und deren Berg- und Seenlandschaft hat. Auf den Hügel führt eine Seilbahn, die mir aber für 7 Euro deutlich zu teuer war und wir somit zu Fuß den Weg neben den Gondelbahnmasten hinauf sind. Sah eigentlich gar nicht weit aus, entpuppte sich aber dann als 2 stündiger steiler Anstieg unter ozonlochbegünstiger glühender Sonnenstrahlung. Oben angekommen wollte ich mir als Belohnung eine kühle Cola gönnen, aber da man für den Restaurantbesuch 15 Pesos (3,30 Euro) Eintritt zahlen sollte, hab ich mit meinem lauwarmen Wasser vorlieb genommen. Beim bestaunen der Seenlandschaft haben wir Christoph aus Deutschland kennengelernt, der uns einen anderen Weg für den Abstieg empfohlen hat, der auch direkt in der Stadt endet. Da ich mich nicht mehr den rutschigen Sandweg hinunterquälen wollte haben wir gerne den Weg zur Stadt genommen.

Als nächstes sollte es weiter gehen nach El Chalten, welches am wuchtigem Fritz Roy Massiv liegt. Leider gab es nur zwei Möglichkeiten für uns dort hin zu kommen, nämlich über die schlecht ausgebaute Ruta 40 an den Anden entlang, oder zurück zur Küste und dann weiter südlich wieder ins Landesinnere. Da die erste Option Preislich kaum mehr kostete und zeitlich nur etwas länger dauerte haben wir uns für die 83 Euro teure und 3 Tage dauernde Tour über die Ruta 40 entschieden.

Wir starteten am Dienstag den 5.02.08 Richtung Perito Moreno, mit der nahegelgenen Cueva de los Manos, in der sich die ältesten Höhlenmalereien (ca. 9000 A.C.) Südamerikas befinden. Am Mittwoch ging es weiter nach El Chalten, einem kleinem Nest mitten im Nirgendwo, das nur dazu dient die Wandersleut. welche am Fritz Roy Touren machen wollen. zu versorgen. Der Fritz Roy selbst kann nur von Profis bestiegen werden und so haben wir uns am Donnerstag (7.02.08) auf eine ein Tagestour zum Cerro Torre beschränkt. Wir waren mit Inga, Manu und Urs unterwegs, welche wir auf der Fahrt über die Ruta 40 kennen gelernt haben. Eigentlich hatten wir vor noch eine Nacht in Chalten zu bleiben, da aber die Wanderung rechtzeitig beendet war und es sonst nichts mehr Interessantes zu tun gab, führen wir am gleichen Tag weiter nach Calafate. Das vorher gezahlte Geld für die Reservierte Nacht war somit vorerst futsch.

In Calafate ging es abermals in ein MarcopoloInn Hostel bei dem wir am gleichen Donnerstag um 22 Uhr ankamen. Dort haben wir dann versucht unser Geld, welches bei MarcopoloInn in Bariloche liegt, für die nicht genutzte Nacht in Chalten wieder zu bekommen. Leider scheiterten alle Versuche, und weder Marcopolo noch ChaltenTravel, der Reiseveranstalter, wollten das Geld wieder raus rücken. Als dann noch unserer Mehrbettzimmer überbucht war, die Leute von der Rezeption eine Reservierung nicht hin bekommen haben und sich Anna nochmals beschwerte konnte sie immerhin ein freies Abendessen für uns beide raus schlagen. Somit war eine Hälfte des verlorenen Geldes wieder drin. Die andere Hälfte war auch schnell verdient. Die Rezeption hatte die Reservierung von Urs für eine zweite Nacht verschludert und somit haben wir ihm kurzerhand ein Bett von uns vermietet und Anna und ich haben gemeinsam in einem Bett geschlafen. Damit waren wir mit Marcopolo wieder quitt. :) Am Samstag. den 09.02.08. hat Anna eine Gletschertour zum Perito Moreno Gletscher gemacht. und ich wollte mich auf eigene Faust zum Gletscher aufmachen. Die einstündige Fahrt zum Gletscher sollte aber schon 13 Euro kosten und für den Vormittag konnte ich dazu kein Ticket bekommen. Zudem wären nochmal 8 Euro Eintritt für den Nationalpark fällig geworden und somit waren mir die Kosten und die Wartezeit zu hoch.

Am Sonntag, dem 10.02.08, ging es dann um 7:30 Uhr weiter nach Puerto Natales. wo wir Nachmittags im Hostal Kawashkar ankamen. Der Besitzer war sehr nett und man konnte bei ihm die Buskarten zum Nationalpark Torres del Paine kaufen und auch gleich noch die ganze Campingausrüstung mieten die wir für die bevorstehende fünf tägige Wandertour durch das Torres Massiv brauchen würden. Den Rest des Sonntages waren wir und Urs somit damit beschäftigt Lebensmittel und Gas einzukaufen und den Rucksack für Montag zu packen. Natürlich haben wir zu viel Essen eingekauft, aber noch dachte ich viel hilft viel. Am Abend haben wir dann nochmal Inga und Manuel getroffen, die schon einen Tag vorher aus Calafate abgefahren waren, und eine Bustour zu den Torres del Paine am Sonntag gemacht haben. Wir sollten sie nicht zum letzten mal sehen.

Am Montag letzter Woche ging es um 7:30 Uhr los, und schon nach 4 Stunden fahrt, kamen wir am Anlegeplatz des Katamarans an der uns zu unserem Startpunkt auf dem Wanderweg bringen sollte. Die Route die wir machten wird ?W? genannt, wegen der Ähnlichkeit der Form de Route mit einem W , da man insgesamt in 3 Täler hinein spaziert die jeweils durch einen Berg getrennt sind.

Wir haben die Wanderroute von West nach Ost gemacht und am ersten Tag ging es zum Glaciar Grey. Vom Anlegeplatz, der Hosteria Peohe, bis zum Campamento de los Guardas waren es stolze 15 Kilometer, bei denen es auch immer schön Berg auf und ab ging. Somit hab ich ziemlich bald den 20 Kilo schweren Rucksack verflucht. Immerhin wurde ich mit schönem Wetter und einem tollen Blick auf den matt blauen Gletschersee belohnt, in dem große und tiefblaue abgebrochene Eisstücke schwimmen. Das Camp befand sich etwas überhalb der Gletscherzunge und so konnte man nachts dem Abbrechen des Eises lauschen, was dem Klang eines starken Gewitters nahe kam. Morgens haben wir dann noch den phantastischen Aussichtspunkt in der nähe des Camps besucht, um bei Morgenlicht den Ausblick auf den Gletscher zu genießen.

Mit der Ruhe am zweiten Tag (Dienstag, 12.02.08) wars aber schnell vorbei, und wir mussten früh aufbrechen um die nächste Etappe zu schaffen. Zuerst musste man die 15 Kilometer zurück gehen, wobei es wieder einmal schön Bergauf ging, und dann vom Startplatz weitere 8 Kilometer zum nächsten Camp zu laufen, dem Campamento Italiano. Da der Rucksack kaum leichter geworden war, eigentlich nur um eine Raviolidose, und dank des bewölktem Himmels und des Nieselwetters sank meine Lust weiter zu gehen Exponentiell ab. Eine 1 stündige Pause in der warmen Küche des Camps Peohe brachte aber genug Erholung doch weiter zu machen und so kamen wir ca um 21:30 im Camp Italiano an. Nach dem Zeltaufbau gings dann auch gleich in Bett.

Am Mittwoch sind wir dann bei Nieselregen aufgewacht und der Blick ins bewölkte Tal Frances ließ nichts Gutes hoffen. Trotzdem machten wir uns auf den Weg zum 5 Stündigen aufstieg bis zum Mirador beim Camp Britanico, diesmal immerhin ohne schweren Rucksack. Leider war es als wir oben ankamen noch immer bewölkt und so gab es keinen lohnenden Blick auf die Cuernos del Paine. Daher traten wir schnell wieder den Rückweg an um diesmal etwas früher zum nächsten Ziel zu kommen, dem Refugio de los Cuernos. Auf dem Weg dort hin war jetzt auch die Anna am fluchen und nahe vorm Abbrechen, da das schlechte Wetter und die nassen Kleider nicht Lust auf mehr machten. Beim Camping des Refugios de los Cuernos haben wir als einer der letzten leider nur noch einen schlechten Platz zum Campen gefunden und mussten somit auf einer hügligen und schiefen Stelle schlafen. Immerhin konnte man im Refugio warm Duschen und sich und die nassen Kleider am Ofen wärmen, wodurch die Motivation wieder gesteigert wurde.

Am 4. Tag der Wanderung brach laut Info der schlimmste Teil der Wanderung an, die ca. 20 Kilometer lange Strecke zum Camp ?Base las Torres?. Allerdings kam mir dieser Teil der Wanderung am schönsten vor, was entweder an dem verminderten Gewicht des Rucksacks, dank Verköstigung der Rationen lag, oder einfach nur am schönen Wetter. Die erste Zeit ging es relativ eben, durch die Moränen und Seenlandschaft ehemaliger Gletscher, wo man sich mal gut zum Sonnenbaden und Ausblick genießen niederlassen konnte. Die letzten 3 Stunden waren wieder etwas anstrengen den es ging meist steil Bergauf bis zum Campamento Base Torres. Dort kamen wir relativ spät gegen 18 Uhr an, und nach hektischen Zeltaufbau, beeilten wir uns zum Mirrador an den Torres zu kommen, denn für den nächsten Tag war Regen vorhergesagt.

Am letzten Tag der Wanderung, dem 15.02.08, musste ich mich um 5 Uhr morgens aufquälen um zum Sonnenaufgang um 6:30 am Fuß der Torres del Paine zu sein. Diese waren tatsächlich schöner im roten Licht der aufsteigenden Sonne anzusehen, und ich war wesentlich zufriedener mit dem Ausblick als am Tag zuvor. Oben blieben wir eingehüllt in unsere warmen Schlafsäcken (bei dem starken Wind und den nassgeschwitzen Sachen wars trotzdem nicht kuschlig warm) einige Zeit sitzen bevor wir zum Abstieg ins Tal aufbrachen. Nach kurzem Frühstück ging es dann ca. um 9 Uhr los und um 12 Uhr kamen wir an der Pickupstelle der Shuttelbusse an. Somit war endlich Schluss mit Wander. Ich hab mich nur noch auf eine Dusche und ein Bett mit Matratze gefreut.

Natürlich gab es am Samstag aber keine Busse nach Ushuaia, und somit mussten wir am gleichen Tag weiter nach Puerto Arenas fahren, womit meine wohlverdiente Enstpannungspause flöten ging.

Nach einer kurzen Nacht in Puerto Arenas ging es Samstags morgens weiter nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt.

So sind wir jetzt seit diesem Sonntag am Ende der Welt auf der größten Insel Südamerikas, Feuerland. Von hier aus kann man gut Ausflüge in den Nationalpark Tierra del Fuego machen, aber auch schön eine Kreuzfahrt in die Antarktis buchen. Für letzteres muss man allerdings einen Batzen Geld auf der Seite haben.